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Düsseldorfs Karneval kommt aus Unterbach |
Wir schreiben das Jahr 1585. Am Hof zu Düsseldorf regiert Herzog Wilhelm der Reiche, der nach einem Schlaganfall 1566, sprachgestört und nicht mehr in vollem Besitz seiner geistigen Kräfte, die Regierungsgeschäfte mehr schlecht als recht ausführt.
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Es gab keine wirkliche Regierung im Land. Die Aussicht auf eine bessere Zukunft verschlechterte sich noch, als der älteste Sohn des Herzogs, Karl Ferdinand, im Alter von 20 Jahren in Rom an den Folgen der Pocken starb. So ging das Erbrecht auf den zweiten Sohn, Johann Wilhelm, über, von dem berichtet wird, dass er an der "Blödigkeit des Kopfes" litt, also auch nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war.
Man suchte nun eine Gattin für ihn, die nicht nur schön sein sollte, nein, die auch alle geistigen Eigenschaften besitzen musste, um den Fortbestand der Dynastie zu sichern. Man fand diese Gattin in der Person der Prinzessin Jacobe von Baden. Sie war schön, intelligent, ehrgeizig, vor allen Dingen aber lebenslustig.
Am 16.Juni 1585 wurde die Hochzeit als eines der glanzvollsten höfischen Feste in jener Zeit gefeiert. Von nun an änderte sich das Hofleben. Freude, Frohsinn und Aufgeschlossenheit traten nun an die Stelle von Tristesse und provinzieller Zurückgezogenheit. Es wurden rauschende Feste gefeiert, Empfänge und Maskenbälle. |
Nun muss man wissen, dass zur damaligen Zeit ein gewisser Johann Wilhelm von Waldenburg Hofmarschall am Düsseldorfer Hof war. Weiterhin muss man wissen, dass dieser Johann Wilhelm von Waldenburg Hausherr auf Haus Unterbach war, nicht nur in der ersten Generation, also ein waschechter Unterbacher!
Die Aufgabe eines Hofmarschalls war u.a. die Organisation und Durchführung dieser
Maskenbälle. Wir würden heute diese Amt mit Literat und Zeremonienmeister umschreiben, ein aus dem Karneval nicht weg zu denkendes Amt. Diese Amt übte Johann Wilhelm von Waldenburg aus, ein Unterbacher.
Man kann also mit Recht daraus folgern, dass die Anfänge des Düsseldorfer Karnevals, diese Maskenbälle, von einem Unterbacher organisiert wurden, dass die Wiege des Düsseldorfer Karnevals in Unterbach stand.
Unerwähnt bleiben darf allerdings auch nicht,dass Johann Wilhelm von Waldenburg bei der Ermordung von Jacobe von Baden seine Hände im Spiel gehabt haben soll.
Oh DU mein Unterbach…!? |
"Der
Jünglingsverein veranstaltete zu Fastnachten eine humoristische
Abendunterhaltung, wozu 500 Karten verkauft wurden und ein Reinertrag
von über 46 Talern herauskam."
Das
muss ein Mega-Fest gewesen sein. Zu dieser Zeit lebten in Unterbach
nur wenige hundert Menschen. Womöglich sind Gäste aus Erkrath,
Gerresheim oder Hilden gekommen, die ja schon seit Jahrhunderten über
einen Weg miteinander verbunden waren. Es ist nicht überliefert,
wo die Jecken sich versammelten.
Heutzutage feiern die Unterbacher und ihre Freunde ihren
Karneval in der Wichernhalle.
Gesammelt
wurde damals für einen guten Zweck; zu Gunsten des Kirchenbauvereins.
So wurde der Bau der Kirche gegenüber dem Vereinshaus finanziert,
die leider nicht mal 100 Jahre später wieder abgerissen werden
musste.
Ein Gedenkstein erinnert an das Gebäude.
Quelle:
Franz Jos. Brors, Unterbach.
Eine ortsgeschichtliche Plauderei, 1910, S. 106
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